bochumerkünstlerbund seit 1946

70 Jahre

Eine kleine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse, Ausstellungen und Projekte.

1946

Im Mai forderte das Kulturamt der Stadt alle in Bochum geborenen oder lebenden     Maler, Grafiker und Bildhauer auf, an der ersten Nachkriegsausstellung in der Stadt teilzunehmen, die dann im Juli und August im Lichthof des Bergbaumuseums stattfand. 

Auf eine Initiative des Kulturamtes gründete sich aus diesen Teilnehmern der bochumerkünstlerbund, der am 10.12.1946 von der Militärregierung offiziell genehmigt wurde.

Den Vorstand bildeten drei Maler. Interessant ist die Zusammensetzung des damaligen Arbeitsausschusses: Ihm gehörten an Dr. Franz, Kulturdezernent, StR Dr. Brinkmann, Leiter der Städtischen Sammlungen, Dipl.-Ing. Gröppel, Kunstsammler, Oskar Loewe,

Buchhändler, Hans Keidel, Maler, Erich Schmidt, Bildhauer, und Maria Nolte, Sekretärin des Kulturdezernenten, als Schriftführerin und Kassenwart. 

Seitdem liegt die Geschäftsführung des bkb in ununterbrochener Folge beim Kulturdezernat bzw. beim Kulturamt der Stadt Bochum.

Diese Zusammensetzung des Arbeitsausschusses hatte seine Ursache in der Tatsache, dass der bkb die einzige Institution der bildenden Kunst in der Stadt war und neben Ausstellungen auch Vorträge, Diskussionsabende und Kulturfahrten bzw. –reisen für Kunstinteressierte zu organisieren hatte. Diese Funktion eines Kunstvereins übte er bis 1962 aus, als sich der Kunstverein Bochum konstituierte.

1947 – 1959

fanden alljährlich die Ausstellungen „Bochumer Künstler“ in Ermangelung einer städtischen Galerie im Kaufhaus Baltz und später bis zu seinem Abriss 1957 im Hotel Metropol statt. In den beiden folgenden Jahren stand wieder das Bergbaumuseum zur Verfügung.

1950 – 1993

erhalten zahlreiche Bochumer Künstler und eine Künstlerin auf Grund des „Kunst-am-Bau-Erlasses“ Aufträge zur Gestaltung des öffentlichen Raumes durch Skulpturen, Wandbilder, -mosaiken und Glasfenster.

1953

Mit Hilfe der Stadtverwaltung gelingt es dem bkb eine Druckwerkstatt mit mehreren Handpressen einzurichten. Das ist die Geburtsstunde des Graphikkalenders mit signierten Originaldrucken, der nun regelmäßig jedes Jahr bis heute erscheint und sich dabei immer auch neuen Drucktechniken und der Fotografie geöffnet hat.

1960

Der Umbau der Villa Marckhoff zur Städtischen Kunstgalerie war abgeschlossen. Seitdem fanden die Ausstellungen „Bochumer Künstler“ -  nun allerdings im Zweijahres-Rhythmus  - in diesem Haus statt. Unterbrochen wurde dieser Rhythmus zwischen 1980 und 1983 durch den Um- und Erweiterungsbau der Villa zum Kunstmuseum Bochum.

1977

präsentierte sich die Stadt Bochum durch eine Ausstellung des bkb  Vertretern des Schaupielhauses und der Symphoniker im NRW-Landeshaus in Bonn der bundesrepublikanischen Politik. Die drei Sparten der Kunst fungierten also als Werbetrtäger der Stadt Bochum.

1978

führte der bkb anlässlich der Shakespeare-Woche die Kunst aus dem Museum auf die Straße zwischen Pariserstraße und dem Dr.-Ruer-Platz, um den Bürger mit Aktionen und Demonstrationen für Shakespeare und die Kunst einzunehmen.

1981

Als Wolf Vostells „Kunstzug“ am Ümminger See Station machte, bildete sich innerhalb des bkb eine „Aktionsgruppe“, die das Rahmenprogramm durch Happenings, Aktionen, Performances, interaktive mobile Kunstwerke und die künstlerische Ausgestaltung eines Bücherbusses provokant bereicherte. 

1983, 1987 und 1990

betätigte sich der bkb wieder als kultureller Botschafter der Stadt Bochum für die Städtepartnerschaft mit Oviedo, Donezk und Nordhausen durch große Gemeinschaftsausstellungen in den ersten beiden Orten und mehrere Einzelausstellungen in Nordhausen. Der Kontakt mit der Donezker Künstlerschaft konnte auch Dank der Kooperation mit dem Kulturrat über mehrere Jahre aufrechterhalten werden.

1992

„Herrschaft – Bilder und Objekte“ erstes Gemeinschaftsprojekt mit dem Kulturrat im ehemaligen Schraubenmagazin der Zeche Lothringen als work in progress und abschließender Ausstellung. Seitdem hat es immer wieder fruchtbare Kooprationen bis in die Gegenwart zwischen dem bkb und dem Kulturrat gegeben.

1996

Der bkb feierte sein 50-jähriges Bestehen mit einer großen Ausstellung im Museum Bochum, in der durch 5 Jahrzehnte Werke von allen verstorbenen und noch lebenden Künstlern und Künstlerinnen des bkb präsentiert wurden. Es ist ein Gang durch die Kunstgeschichte der Nachkriegs- und Vorkriegszeit vom Spätexpressionismus bis zur Videokunst.

1998

führte der bkb in Kooperation mit ArToll in Bedburg-Hau das Projekt „Unter die Haut“ durch, das als work in progress angelegt ist. In Zusammenarbeit mit einer Tänzerin und einem Musiker entstehen Rauminstallationen, in denen Performances stattfinden, immer alles mit Bezug auf Situation und Atmosphäre des Landeskrankenhauses, innerhalb dessen Park das Künstlerhaus liegt.

1999

wurde für die große Ausstellung „Bochumer Künstler“ zwischen dem Vorstand des bkb und der Museumsleitung ein 3-Jahres-Rhythmus vereinbart und für die Zeit dazwischen ein kleineres Projekt mit wenigen Teilnehmern und einem thematischen Bezug. Die Ausstellungen „Bochumer Künstler“ hatten sich inzwischen zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt.

2002, 2005, 2008, 2011 und 2014

Zwischenbilanzen I bis V mit den Themen „Schichten – Schichtung“, „Schwarz-Weiß“, „Heimatbilder“, „Halbzeit“ und „SpielRaum“.

2004

in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Künstlerbund Dortmund entsteht in leeren Lagerhallen des Dortmunder Hafens das Projekt „Kunsthafen“.

Ebenfalls in diesem Jahr und 2005 und 2008 startet das Ausstellungsprojekt mit Werkstattcharakter „kunstzweidrei“, das einen Blick auf neue noch im Experimentierstadium befindliche Arbeiten der Künstler freigeben sollte.

2009

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit wird das vom bkb initiierte Projekt „Starke Orte“ offiziell in das Programm der Kulturhauptstadt  RUHR.2010 aufgenommen. Dem bkb war es gelungen, von den ursprünglich 25 interessierten Künstlervereinigungen 16 für die Teilnahme an dem Projekt zu vernetzen.

2010  

„Starke Orte“ RUHR.2010 Im Laufe des gesamten Jahres finden an verschiedenen Orten, vorwiegend ehemaligen Industriegebäuden, Ausstellungen statt, die sich thematisch als work in progress mit der ehemaligen Funktion und Geschichte dieser Orte auseinandergesetzt hatten.

2011

Kleinere Folgeprojekte der Vernetzung „Starke Orte“ in den Scheidt'schen Hallen „quergesponnen“ in Essen und in der Christ-König Kirche „Paradies“ in Bochum.

2013

„Urbane Räume – Interventionen“ - Das Netzwerk „Starke Orte“ widmet sich diesmal städtischen Orten und Räumen, die sich in einem Umbruch oder einer Umwertung befinden, um mit dem anderen Blick des Künstlers die städtebaulichen und gesellschaftlichen Hintergründe und Probleme mit künstlerischen Mitteln sichtbar zu machen. 

2014

„Ist das schon Wahnsinn, so hat es doch Methode“ zum Shakespeare-Jubiläum im Kunstraum unten in Bochum

2016

Der bochumerkünstlerbund hat 70. Geburtstag.